"In Dortmund fühle ich mich heimisch"
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"In Dortmund fühle ich mich heimisch"
by: don-limpio at 03.09.2010 08:04:18 Er ist in Bosnien-Herzegowina als Sohn serbischer Eltern geboren, floh mit ihnen nach Deutschland, siedelte wenige Jahre später in die USA über und kam dann wieder nach Europa, um seinen großen Traum zu verwirklichen: Fußballprofi zu werden. Neven Subotic hat viele Nationalitäten und schon viele Kulturen kennen gelernt. Aber wo sein Zuhause ist, das weiß der Innenverteidiger von Borussia Dortmund schon mit seinen 21 Jahren: In Deutschland, genauer genommen Dortmund. Da fühlt er sich heimisch.

Für die gute Sache betätigt sich Neven Subotic auch mal als Pizzabäcker. [Foto: Laryea]
"Weder das Essen noch die Musik sind hier für mich heimisch. Fernsehen schaue ich gar nicht erst", sagt Neven Subotic. "Aber in Deutschland habe ich mich einfach immer am Wohlsten gefühlt." Es war die richtige Entscheidung, nach Deutschland zurückzukehren, sagt der Borusse heute. Es helfe auch auf dem Platz, wenn man sich in einem Land und einer Stadt heimisch fühlt. "In Dortmund kenne ich mich einfach aus. Selbst wenn ich mal längere Zeit nicht hier bin, wie im Sommer bei der Weltmeisterschaft, komme ich zurück nach Hause und kenne die Straßennamen", begründet Subotic seine Verbundenheit zur Ruhrmetropole.
Fußball, zu Hause zu sein und seine Freunde um sich zu haben, mehr braucht der 21-Jährige nicht im Leben. "Ich bin ein ganz chilliger Typ", gibt er zu.
Mit der Rückkehr nach Deutschland entschied sich Neven Subotic für eine Fußballkarriere, nahm aber in Kauf, seine Familie nur noch selten zu sehen. Nur ein- bis zweimal im Jahr findet er Zeit, seine Eltern und seine Schwester in den USA zu besuchen. Seine Großeltern, Tanten und Cousins leben alle im serbischen Teil Bosniens. Auch sie sieht er nur selten. "Ich liebe meine Familie, und ich würde sie gern öfter sehen", erzählt Subotic.
Eine Entscheidung für die Familie
Serbischer Nationalspieler zu werden, das war seine Entscheidung für die Familie. "Meine Familie ist serbisch, und ich wollte nicht derjenige sein, der den Schritt raus aus Serbien macht", sagt der Abwehrspieler, der als bosnischer und amerikanischer Staatsbürger auch im Trikot dieser Nationalmannschaften hätte stehen können. "Es

Für Serbien zu spielen, war eine Entscheidung für die Familie. [Fotos: firo]
war die richtige Entscheidung", ist sich der junge Fußballer erneut sicher in seinem Handeln.
Bestätigung bekommt er auch von seiner Familie. Als er diesen Sommer zu seinen Verwandten nach Bosnien Herzegowina reiste, wartete seine kleine Cousine mit offenen Armen auf den Fußballprofi. "Sie kannte mich aus dem Fernsehen von der Weltmeisterschaft", sagt Subotic und gibt zu, dass es vor allem seine jüngeren Cousinen und Cousins sind, die er sehr vermisst.
Dass er Kinder schnell in sein Herz schließt, beweist Neven Subotic auch in Deutschland. Schon in Mainz engagierte er sich für verschiedene Projekte, jetzt ist er Botschafter für den Dortmunder Wohltätigkeitsverein "Kinderlachen". Freunde vermittelten ihn nach dem Umzug ins Ruhrgebiet an den Verein, der sich für Kinder in Kliniken und öffentlichen Einrichtungen einsetzt, die von öffentlichen Mitteln abgeschnitten sind. Spenden und Autogramme gehören zu seinem Engagement. Vor einiger Zeit spielte er in einem Benefizspiel zugunsten eines an Leukämie erkrankten Kindes. "Der Kleine ist am Ende leider gestorben, aber wir haben alles für ihn getan", sagt Subotic.
Regelmäßige Besuche in der KiTa
Und damit nicht genug: Um sich selbst ein Bild von der Arbeit zu verschaffen, besucht Neven Subotic wöchentlich eine Kindertagesstätte im Dortmunder Norden. Dort hilft er den Kindern mit Migrationshintergrund Deutsch zu lernen. "Der

Neven Subotic (hier mit Marc Ziegler) hat ein großes Herz für kleine Kinder.
persönliche Bezug zu den Kindern ist mir sehr wichtig", sagt er. "Die Fortschritte sind unglaublich. Mit zwei Jahren können sie nur wenige Wörter und ein paar Monate später sprechen sie Deutsch."
"Respekt - Kein Platz für Rassismus" heißt ein anderes Projekt, dessen Unterstützer Neven Subotic ist. "Die Anerkennung und Wertschätzung eines Menschen, das ist für mich Respekt", erklärt Borussia Dortmunds Innenverteidiger. Rassismus gehört für ihn weder auf den Fußballplatz noch in den Alltag. "Wenn ich sehe, dass ein kleiner Junge wegen seiner Hautfarbe oder seines Aussehens beleidigt wird, dann greife ich auch ein", akzeptiert der 21-jährige keine Fremdenfeindlichkeit. Als Serbe müsse auch er sich manchmal unangebrachte Kommentare über seine Nationalität anhören. "Serbien wurde oft schlecht dargestellt, die Leute übertragen das gerne auf die Menschen", sagt er. Im Profifußball herrsche aber großer Respekt voreinander.
Jana Schoo
!!! Link zu allen Autogrammkarten des BVB, hier !!!


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